10/2026 – Mit der Reform der geförderten Altersvorsorge bricht in Deutschland eine neue Ära an. Das bisherige Riester-System wird durch das moderne Altersvorsorgedepot (AV-Depot) abgelöst. Für die meisten Inhaber von Riester-Altverträgen – ob klassische Police, fondsgebundene Rentenversicherung oder Sparplan – bietet dieser Systemwechsel eine historische Chance, die eigene Altersvorsorge auf ein deutlich rentableres und kostengünstigeres Fundament zu stellen.
In diesem Beitrag erfahren Sie sachlich und auf den Punkt gebracht, warum ein Wechsel für Sie in der Regel von großem Vorteil ist, wie die neue Förderung funktioniert und wie wir Sie bei der Umsetzung begleiten.
1. Die drei zentralen Vorteile des Altersvorsorgedepots
Vorteil 1: Kein Garantiezwang = 100 % Aktienrendite möglich
Der größte strukturelle Renditekiller des alten Riester-Systems war die Pflicht zur 100-prozentigen Beitragsgarantie. Um das Kapital abzusichern, mussten Anbieter erhebliche Mittel in schwach verzinsten Anleihen parken. Viele Verträge stecken heute in teuren Rentenfonds fest (sogenannter „Cash-Lock“).
Das neue Altersvorsorgedepot verzichtet auf diesen starren Garantiezwang. Dadurch kann Ihr Erspartes langfristig zu 100 % an den globalen Kapitalmärkten arbeiten und vom vollen Zinseszinseffekt der Aktienmärkte profitieren.
Vorteil 2: Günstige ETFs statt teurer klassischer Fonds
Statt unflexibler und teurer aktiver Fonds mit hohen Verwaltungskosten können Sie im AV-Depot gezielt in breit gestreute, extrem kostengünstige Indexfonds (Welt-ETFs) investieren.
- Alt-Riester: Häufig 1,5 % bis über 2,0 % laufende Fondskosten pro Jahr, zuzüglich teils hoher Abschluss- und Verwaltungskosten auf jeden eingezahlten Beitrag.
- AV-Depot: Produktkosten für das Standard-Altersvorsorgedepot werden gesetzlich auf 1% vom Guthaben gedeckelt. Ich gehe davon aus, dass der Wettbewerb Produkte ermöglicht, die insgesamt nur die Hälfte des gesetzlichen Deckels kosten – inklusive meiner Vergütung.
Vorteil 3: Attraktivere Förderung (Zulagen & Steuern)
Die staatliche Förderung wird modernisiert und großzügiger gestaltet:
- Grundzulage: Bis zu 540 Euro pro Jahr bei 1.800 Euro Eigenbeitrag (gestaffelt: 50 % auf die ersten 360 € und 25 % auf weitere 1.440 €).
- Kinderzulage: 25 Euro Zulage pro 100 Euro Eigenbeitrag, bis zu einem Höchstbetrag von 300 Euro pro Kind und Jahr (bereits bei geringen Sparraten voll wirksam).
- Steuerstundungsvorteil: Keine laufende Besteuerung und effektiv Einzahlung aus dem Brutto statt aus dem Netto, Versteuerung erst im Alter. Dazu mehr in Das Altersvorsorgedepot: Warum die 1.800-Euro-Strategie steuerlich so wertvoll ist
2. Wann ist ein Wechsel NICHT sinnvoll?
Ausnahmen bestätigen die Regel. In bestimmten Konstellationen raten wir davon ab, das bestehende Riester-Guthaben in ein reines ETF-Depot zu übertragen:
- Kurze Restlaufzeit bis zur Rente: Wenn Sie in weniger als 5 bis 7 Jahren in den Ruhestand gehen, bleibt nicht genug Zeit, um mögliche Schwankungen am Aktienmarkt sicher auszusitzen. Hier ist es oft klüger, die 100-Prozent-Garantie des alten Riester-Vertrags als sicheren Hafen ins Ziel zu retten.
- Historisch hohe Garantiezinsen: Einige Altverträge (z.B. aus den Jahren 2005 bis 2009) bieten noch sehr hohe Rechnungszinsen (z.B. 2,75 %) auf den Deckungsstock. Ist hier bereits ein großes Guthaben angespart, prüfen wir genau, ob die laufenden Vertragskosten diesen Zins auffressen. Oftmals ist es hier sinnvoller, den Altvertrag nur beitragsfrei zu stellen, um den Garantiezins auf das bestehende Kapital zu erhalten, und Neubeiträge in das AV-Depot umzuleiten.
- Maximales Sicherheitsbedürfnis: Ein Aktien-ETF schwankt im Wert. Das ist der Preis für die langfristig höhere Rendite. Wer Kursschwankungen mental nicht tolerieren möchte und auf eine fest garantierte Auszahlungssumme zum Rentenbeginn beharrt, sollte bei einer konservativen Anlageform bleiben.
- Familien mit sehr geringem Einkommen und hoher Kinderzulage: Im alten Riester-System reicht bei niedrigem Einkommen oft schon der gesetzliche Sockelbeitrag von 60 Euro im Jahr, um die vollen Kinderzulagen (300 Euro pro Kind) abzurufen. Im neuen AV-Depot gilt zwar ein großzügiges 1:1-Prinzip, aber um die vollen 300 Euro Zulage zu erhalten, müssen Sie auch 300 Euro selbst investieren. Wer ein sehr knappes Budget hat und im alten System eine extrem hohe Förderquote bei minimalem Eigenaufwand (60 Euro) genießt, ist mit dem Altvertrag mathematisch oft besser bedient.
3. So geht es weiter: Unser Service & der Wechselprozess
Ich sondiere für Sie derzeit intensiv den Markt, um baldmöglichst die günstigsten und transparentesten ETF-Lösungen für Sie auszuwählen. Sobald sich die besten Plattformen im Wettbewerb herauskristallisiert haben, biete ich Ihnen einen einfachen und begleiteten Wechselprozess an.
Transparenz bei den Kosten:
- Wechselkosten: Der Gesetzgeber hat geregelt, dass der Zielanbieter beim Wechsel maximal 150 € verlangen darf. (Die alten Riester-Anbieter dürfen bei Verträgen, die älter als 5 Jahre sind, ohnehin keine Wechselgebühren mehr erheben).
- Meine Begleitung: Meine Beratung und die Einrichtung des AV-Depots wird fair und transparent abgerechnet – über einen geringen prozentualen Servicebeitrag jährlich vom Depotvolumen.
