Fürs Alter vorsorgen

„Reich“ sein und sich keine Sorgen mehr zu machen brauchen – wer das will, der muss natürlich auch fürs Alter vorsorgen. Wie viel man dafür monatlich beiseite legen muss, lässt sich genau ausrechnen. Ein Beispiel: ein 30-Jähriger will mit 60 aufhören zu arbeiten und geht davon aus, dann 95 Jahre alt zu werden. Er wünscht sich für die 35 Jahre Ruhestand monatlich 1500 Euro private Zusatzrente. Damit er mit 60 die Kaufkraft von heute 1500 Euro hat, sind übrigens schon 2.700 Euro Auszahlung fällig, die mit 95 sogar auf 5.400 Euro steigen müssten. Dazu braucht er zum Beginn des Ruhestands ca. 760.000 auf dem Konto. Er muss also heute mit einer Sparrate von 430 Euro monatlich starten und diese jährlich um 5 Prozent steigern, bis er 60 ist. Das ist ein recht ehrgeiziges Unterfangen!

Hätte er dagegen schon mit 25 angefangen, wären es anfangs nur rund 315 Euro. Oder spart der 30-Jährige ohne die 5 Prozent-Steigerung, wären es schon 780 Euro. Also: nicht kleckern, sondern klotzen – und möglichst früh anfangen!

Diese Berechnungen haben wir mit unserem Vermögensrechner durchgeführt. Dieses Excel-Tool schicken wir Ihnen auf Anfrage auch per E-Mail, wenn Sie eigene Berechnungen anstellen wollen. Wir haben es übrigens auch einer großen deutschen Bank verkauft, dort verwenden es heute die Berater

Disziplin und System

Das Beispiel zeigt: wer vorsorgen will, muss:

  • viel sparen
  • lange sparen, am besten schon für die Kinder (Zinseszins)
  • zwischendurch kein Geld „verprassen“
  • eine hohe Rendite anstreben (Inflationsausgleich)
  • Steuern vermeiden

Das klingt simpel, ist es aber oft nicht. Vielen Leuten laufen die Ausgaben einfach so davon – Abos sammeln sich, das Auto kostet mehr als gedacht, für Essen gehen und Kleidung wird mehr ausgegeben als geplant, und am Monatsende ist nichts übrig ... Diesen erstaunlichen Effekt stellen wir immer wieder auch bei wirklich gut verdienenden Leuten fest. Dabei lässt sich ein hoher Lebensstandard auch halten, ohne dass das gesamte Monatseinkommen dafür aufgebraucht wird.

Manche plündern auch ihre Fondssparpläne für Urlaub oder Anschaffungen. Andere haben wiederum viel zu viel Geld auf dem Girokonto oder dem Tagesgeldkonto liegen, ganz ohne Rendite. Da hilft nur: langfristiges Sparen und Konsumsparen strikt trennen, und dann ganz konsequent bleiben. Wir helfen Ihnen gerne bei der Planung.

Setzen Sie Prioritäten für die Altersvorsorge

Es ist also ein ehrgeiziges Vorhaben, eine Altersvorsorge aufzubauen. Deshalb ist es wichtig, alle Unterstützung einzuholen, die es gibt: zunächst einmal die staatlichen Förderungen. Diese haben den Vorteil, dass man für eingezahlte Beiträge Steuern zurück bekommt (wie bei Riester oder Rürup) oder direkt aus dem Brutto zahlt (Betriebsrente). Alle Arten haben aber Vor- und Nachteile und sollten sorgfältig bedacht werden.

Achten Sie auf die Rendite

Wer mit bezahlbaren Beiträgen auf seine Summe kommen will, der muss auf die Rendite achten. Schon 4 statt 6 Prozent, also nur 2 Prozent weniger Rendite, können in einer Ansparphase von 35 Jahren 50 Prozent mehr Beitrag erfordern ...

Fondssparplan oder Versicherung?

Ein Fonds hat viele Vorteile: breite Auswahl, flexible Sparrate, günstige Einstiegskosten, verfügbares Kapital und jederzeit Einblick (meist online). Nach etlichen Börsenkrisen ist vielen aber nicht mehr so richtig wohl dabei. In der Tat gibt es auch erhebliche Nachteile: seit 2009 die Abgeltungssteuer und mit ihr ein deutlich reduzierter Zinseffekt. Beim Fondswechsel entstehen ebenfalls Kosten: die Abgeltungssteuer und neue Ausgabeaufschläge. Ein Fondssparplan kann im Bankdepot auch nicht in eine lebenslang garantierte Rente umgewandelt werden. Es bleibt ungewiss, wie lange das Geld im Alter reicht.

Bei den Versicherungen ist das Feld noch unübersichtlicher. Bei der klassischen Kapitallebensversicherung sind die Garantiezinsen inzwischen extrem niedrig. Hybridprodukte, eine Mischung aus Kapitallebensversicherung und Anlage der Überschüsse in Fonds, sind meistens überteuert. Britische Policen: bei einem guten Anbieter kann diese Anlageform sehr interessant sein. Lediglich der Kapitalerhalt bei Rentenbeginn ist garantiert, dafür darf der Anbieter einen guten Teil in Aktien investieren – wichtig für die Wertentwicklung. Die Anlage erfolgt in Euro, die meisten Gesellschaften stehen wesentlich besser da als deutsche Unternehmen. Und freie Policendepots bringen ähnliche Vorteile wie normale Fondsparpläne, vermeiden dabei sogar die Nachteile – keine laufende Besteuerung, keine Kosten bei Fondsänderungen.

Es ist in der Praxis eine echte Herausforderung, die Spreu vom Weizen zu trennen. Besonders wichtig ist es, die Kostenstrukturen der verschiedenen Produkte zu durchschauen. Dafür haben wir eigene Excel-Tools entwickelt, die uns helfen, das richtige für Sie zu finden.

Riester und Rürup

Sogenannte Riester- und Rürup-Renten haben Steuervorteile, die entgegen mancher Vorurteile auch für Besserverdienende interessant sind. Die Förderung ist bei Riester am größten: mit Zulagen und Steuererstattung. Bei Rürup gibt es nur die Steuererstattung, sie ist zwar nicht so groß, steigt aber bis 2025 auf maximal 100 Prozent an. Während bei Riester die Einzahlungen begrenzt sind (2.100 Euro pro Person und Jahr seit 2008), kann bei Rürup bis zu 20.000 Euro pro Jahr und Person eingezahlt werden.

 

In schlechtem Licht erschien die Riester-Rente in der Presse übrigens nur wegen überteuerter Anbieter und falsch genutzter Förderungen, die zurückgezahlt werden mussten. Nicht wegen des Prinzips an sich. (Wir sagen dazu nur: mit einem Berater, der sich auskennt, hätten sich die Rückzahlungen vermeiden lassen.)

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