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23.10.2020
Vermögen

Wohin gehen die Börsenkurse in den nächsten Monaten und Jahren?


Börsen haben Rückenwind. Bild: Gerd Altmann / pixabay

Zunächst ein großes Kompliment in die Runde: Ich habe mich gefreut, dass alle unsere Kunden im März die Ruhe bewahrt haben und daher auch die starke Erholung an den Börsen genießen durften.

Einige haben sogar die stark gefallenen Kurse genutzt, um herumliegende Bargelder zu investieren. Wer überwiegend in breit streuende Aktienfonds investiert hat, wurde reich belohnt. Der Weltindex „MSCI World“ ist vom Tiefpunkt Mitte März bis jetzt Mitte Oktober um fast 40% gestiegen. Insofern kam meine erneute Empfehlung, in Sachwerte wie Aktien zu investieren, in meiner News vom 25.03.2020 genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich konnte damals natürlich nicht ahnen, dass die Zentralbanken dermaßen entschlossen Geld in die Märkte pumpen würden. Aber genau das ist passiert.

Wie geht es weiter?

 
Auch diesmal kann ich es natürlich nicht wissen. Es gibt aber zahlreiche Indizien, dass die weltweiten Aktienmärkte weiter Rückenwind haben dürften:

  • „TINA“ (There Is No Alternative) – bei Zinsen um den Nullpunkt bleibt den Investoren kaum etwas Anderes übrig, als ihr Geld in Sachwerte anzulegen. Aktien bieten dabei die kostengünstigste und einfachste Diversifikationsmöglichkeit
  • Die Zentralbanken sind auf absehbare Zeit „verdammt“, weiter Geld zu drucken. Die überschuldeten Staatshaushalte und Niedrigzinsen locken weniger Investoren an als in normalen Zeiten. Riskante Länder (siehe auch Euro-Zone) finden kaum mehr „freiwillige Anleger“. Daher kaufen einfach die Zentralbanken die Staatspapiere auf. Ähnliches passiert inzwischen auch mit Unternehmensanleihen. Billiges Fremdkapital für alle! So können sich Staaten und Unternehmen billig refinanzieren. Bei den Unternehmen steigen die Gewinne und Investitionen werden erleichtert. Die steigenden Gewinnerwartungen treiben die Kurse.
  • Staatliche Konjunkturprogramme und „Überbrückungshilfen“. In den USA wird gerade das nächste Paket mit einem Volumen von bis zu 3.000 Milliarden US-Dollar diskutiert. Ich denke, es ist egal, welcher Präsident gewählt wird. Das Paket kommt so oder so. Die Zentralbank druckt willig das billige Geld, das der Staat dann verteilen kann
  • Die „Weltkonjunkturdaten“ sind inzwischen wieder recht ermutigend
  • Ein erneuter Lockdown ist unwahrscheinlich, da kaum durchsetzbar. Wenn dann nur lokal und zeitlich sehr begrenzt (wie aktuell in Berchtesgaden)
  • Wir lernen mit dem Virus zu leben. Impfstoffe könnten auch bald verfügbar sein.

 

Klingt fast wie das Schlaraffenland für Geldanleger. Aber kann das auf Dauer gut gehen? Natürlich gibt es auch Risiken. Hier einige Beispiele:


  • Kurzfristig: Steigende Infektionszahlen. Angst ist Gift für die Anlegerpsychologie
  • Kurzfristig: Unwägbarkeiten der US-Wahl (evtl. sogar Anfechtungs-Hängepartie bei knappem Ausgang) und hinsichtlich US-Konjunkturpaket
  • Mittelfristig: Anhaltende Arbeitslosigkeit. Wer kein Geld verdient, fällt als zahlender Kunde aus - siehe dazu auch meine Überlegungen in einem weiteren Beitrag von heute
  • Langfristig: Immer stärker verschuldete Unternehmen und Staatshaushalte machen anfälliger für die nächste Krise (was auch immer sie auslösen mag), weil die Zinszahlungen die Handlungsspielräume einschränken
  • Langfristig: Politische Risiken. Unzufriedenheit der Massen durch weiter aufgehende Schere zwischen Arm und Reich. Radikalisierung. Terrorismus


Wie wir im März gesehen haben, kann der Markt schnell und massiv einbrechen. Er kann sich aber auch schnell erholen. Über 10 Jahre und mehr war es bisher extrem unwahrscheinlich, mit breiter weltweiter Diversifikation Geld zu verlieren. Insbesondere für die langfristige Altersversorgung spricht daher vieles für Aktien, oder noch besser breit diversifizierende Aktienfonds. Das geht sogar super kostengünstig mit Indexfonds. Idealerweise verpackt als steuerlich absetzbarer Basisrentenvertrag. Unsere Kompetenz liegt darin, dies auf maximal effiziente Weise für unsere Kunden zu gestalten.

 


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