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22.03.2019
Vermögen

Was Sie über die Direktversicherung wissen sollten...


…und bisher vielleicht noch nicht wussten

 

Die betriebliche Altersversorgung ist sehr attraktiv, wird sie doch immer damit beworben, dass man damit Steuern in Rente wandeln kann. Denn Betriebliche Altersvorsorge in Deutschland ist gefördert: Wer Teile seines Bruttoeinkommens in eine Direktversicherung (Vertrag von 2005 oder jünger) einzahlt, spart sich auf diese Beiträge Steuern und Sozialabgaben (Entgeltumwandlung).

 

Aber, wussten Sie, dass bei Rentenauszahlung Sozialabgaben fällig werden?

Rentner, die in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert sind und Auszahlungen aus einer Direktversicherung erhalten, müssen mehr als 18 Prozent davon an ihre Kranken- und Pflegekasse ausgeben. Die Einmalzahlung wird auf zehn Jahre hochgerechnet und der so ermittelte Monatsbetrag mit dem allgemeinen Beitragssatz der Krankenkasse belegt. 

Dadurch wird die Versicherungsleistung um etwas mehr als 18 Prozent vermindert. Davon haben die Betroffenen bei Abschluss der Versicherung nichts geahnt.

Schuld daran ist das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG), das am 1. Januar 2004 in Kraft getreten ist: Damals wurden die bis dahin beitragsfreien Auszahlungen aus Kapitallebensversicherungen der Direktversicherten kurzerhand den Betriebsrenten und Versorgungsbezügen gleichgestellt. Begründet wurde das vor allem mit finanziellen Engpässen bei den Krankenversicherungen.

Auch für die 5,9 Millionen Arbeitnehmer mit Altverträgen, die 2004 bereits abgeschlossen waren, wurden die Regeln mitten im Spiel geändert. Insgesamt gibt es circa 7,5 Millionen Direktversicherungsverträge mit einer versicherten Summe von 200 Milliarden Euro.

 

Was ist die entscheidende Summe?

Maßgeblich für das Berechnen der Krankenkassen-Beiträge ist die gesamte Auszahlsumme, also nicht nur der Gewinn der Police. Das heißt, die Sozialbeiträge, die man während der Berufstätigkeit sparte, zahlt man später doch.

Mehr noch: Da die Kassenbeiträge höher sind als in den 80ern oder 90er, zahlt man am Ende sogar mehr.

 

Kann man in eine Summe zahlen?

Nein, das ist im Gesetz bewusst nicht zugelassen. Dies hätte bedeutet, dass viele im Jahr der Auszahlung ein Gesamteinkommen (Gehalt und ausgezahlte Direktversicherung) über der Beitragsbemessungsgrenze gehabt hätten. Damit hätte man bei höheren Direktversicherungen für einen Großteil der ausgezahlten Summe keine Beiträge entrichten müssen. Das wollte der Gesetzgeber verhindern.

 

Vorteil für PKV Versicherte (privat Krankenversicherte)

Es werden keine Beiträge fällig, wenn man privat krankenversichert ist. Keine Beiträge werden auch fällig, wenn eine Direktversicherung, in die in der Regel der Arbeitgeber Beiträge einzahlt:

 

vom Arbeitnehmer übernommen

und auf diesen umgeschrieben und 

von diesem auch Beiträge bezahlt wurden

 

Dann müssen auf den Teil der Auszahlung, der privat eingezahlt wurde, keine Beiträge entrichtet werden, so das Bundesverfassungsgericht (Az. 1 BVR 1924/07).


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