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Ihre Sicherheit – essentielle Versicherungen

Risikobausteine - klar zwischen Sinn und Unsinn trennen

Ich bin kein Freund der Vollkasko-Mentalität! Deshalb: gutes Geld sollte man nur für Versicherungen ausgeben, die wirklich existenzbedrohende Risiken absichern. Es ist beispielsweise weniger wichtig, sein Reisegepäck, die Fensterscheiben in der Wohnung oder die Möbel von Ikea zu versichern. Verluste wären hier zwar ärgerlich aber verkraftbar. Nicht so bei diesen fünf vordringlichsten Risiken:
  1. Private Haftpflicht
  2. Tod
  3. Krankheit
  4. Lebensunterhalt bei Berufsunfähigkeit (BU)
  5. Altersversorgung bei Berufsunfähigkeit

 

Risiko 1:
Haftung bei Schädigung Dritter

Aller Anfang ist leicht - die private Haftpflichtversicherung (PHV)
Die PHV ist der günstigste und wichtigste Baustein in jedem Versicherungsportfolio. Schädigen wir Dritte, so sind wir mit unserem gesamten Vermögen in der Haftung. Klassisches Beispiel der Versicherungsbranche: "Weggeworfene Zigarette setzt Stadtteil in Brand". Oder etwas lebensnaher: Wir treten unachtsam auf die Strasse, ein Fahrradfahrer muss ausweichen und wird von einem Auto gestreift – wir sind haftbar für die lebenslange Behandlung des evtl. durch seine Verletzungen schwerbehinderten Radfahrers....

 

Risiko 2:
Absicherung von Familie oder Krediten im Todesfall

Nichts ist einfacher als der Tod –
die reine Risiko-Lebensversicherung (RLV)

Die RLV (nicht zu verwechseln mit der KLV = Kapitallebensversicherung) ist in der Tat eine der wenigen Versicherungen, die man als Standardprodukt ohne wesentliche Bedingungsunterschiede bezeichnen kann, denn wenn es um den Tod geht, gibt es nicht viel zu diskutieren: tot oder nicht tot. Entsprechend unterscheiden sich die Bedingungswerke nur unwesentlich, und es empfiehlt sich der Abschluss bei einem möglichst günstigen Anbieter. Günstige Beiträge pro 50.000 Euro Versicherungssumme bei einer Laufzeit von 30 Jahren liegen für einen 24-jährigen Mann bei ca. 70 Euro pro Jahr, für eine gleichaltrige Frau bei ca. 45 Euro pro Jahr. Ja, Frauen leben länger und stellen daher ein geringeres Risiko für die Versicherung dar!

 

Risiko 3:
Behandlung schwerer oder unheilbarer Krankheiten

Rette sich wer kann – nach Möglichkeit privat krankenversichert
Es will nicht aufhören: Trotz zeitweiser Hoffnungsschimmer durch die letzte Gesundheitsreform zeichnen sich schon wieder deutliche Beitragserhöhungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ab, wie man der aktuellen Presse entnehmen kann.

Noch schlimmer: Gleichzeitig werden die Leistungen weiter drastisch gekürzt. Besondere Heimtücke der Gesetzlichen Kassen: Die "Budgetierung". Ärzte und Krankenhäuser dürfen nur noch das knappe Budget rationieren. Ergebnis: Gesetzlich Versicherte bekommen leider häufig nur noch die günstigste anstatt die heilsamste Behandlung. Viele Ärzte quält dieser Konflikt sehr, sie können aber nichts tun. Gegen diese Budgetierungsproblematik nehmen sich die sonst viel zitierten Ärgernisse harmlos aus: Entfallen von Zahnersatz, Brille, Krankentagegeld und erhöhte Eigenbeteiligungen für Arzneimittel, Krankenhaus und Praxisbesuch.

Budgetierung und Kürzungen werden weitergehen, da die GKV genau die gleichen systembedingten Probleme hat wie die Gesetzliche Rentenversicherung. Die Alterspyramide rollt unaufhaltsam auf die Kassen zu, es ist jedoch in diesem Umlagesystem ("von der einen Hand in den anderen Mund") keinerlei Kapitaldeckung vorhanden, auf die zurückgegriffen werden kann. Folge: Die Finanzierung ist gefährdet. Als Gegenmaßnahmen werden notgedrungen die Leistungen gekürzt oder die Beiträge hoch gesetzt. Erfahrungsgemäß beides! Beitragssteigerung für freiwillig gesetzlich Versicherte seit 1970 ca. 8-9% pro Jahr! Seriöse Privatkassen hatten Beitragssteigerungen von ca. 5% pro Jahr, also trotz medizinischen Fortschritts nur leicht mehr als die Inflationsrate.
In der Privaten sind Leistungskürzungen übrigens nicht möglich, es besteht eine vertragliche Garantie, die verfassungsrechtlich abgesichert ist. Und wenn es um das höchste Gut, die Gesundheit geht, ist das ein ganz wesentlicher Aspekt ...

 

Risiko 4:
Lebensunterhalt bei Berufsunfähigkeit

Schutz für unser wertvollstes Kapital, die Arbeitskraft – die Berufsunfähigkeitsversicherung
Wie zu Anfang bereits kurz erwähnt, stellt der Verlust der Arbeitskraft gerade für "Young Professionals" ein Existenz bedrohendes Risiko dar, da noch keine ausreichenden Vermögensreserven vorhanden sind, um den Lebensunterhalt zu bestreiten – Ergebnis: Sozialfall. Auch rein finanztechnisch betrachtet ist der Verlust der Arbeitskraft eine "teure" Angelegenheit. Ein konstantes monatliches Einkommen von 3.000 Euro über ein Arbeitsleben von 30 Jahren hat bei einem Diskontsatz von 6% einen Nettobarwert von ca. 500.000 Euro (Gehaltssteigerungen, Inflation, Steuern und andere Faktoren der Einfachheit wegen nicht beachtet).
Zudem setzt der Schutz der gesetzlichen Rentenversicherung fatalerweise erst nach 60 Arbeitsmonaten, also 5 Jahren, ein. Davor steht man ganz ohne Versicherungsschutz da. Aber auch dann ist der gesetzliche Schutz nur minimal. Bezahlt wird nur noch bei Erwerbsunfähigkeit, d.h. wenn gar kein Beruf mehr ausgeübt werden kann (weniger als 3h/Tag) und dann auch nur einen Bruchteil des vorherigen Gehaltes.
Mit steigendem Einkommen wird diese "Versorgungslücke" immer größer. Wer sich bei einem Bruttoeinkommen von beispielsweise 4.000 Euro auf die voraussichtliche Alters- oder EU-Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung verlässt, kann noch nicht mal mit 30% des vorherigen Bruttoeinkommens im Monat rechnen. Ein Bestreiten normaler Lebenshaltungskosten ist damit nur knapp oder kaum möglich, geschweige denn die Bewahrung des Lebensstandards ...

 

Risiko 5:
Altersversorgung bei Berufsunfähigkeit

Nicht nur die BU-Rente, sondern hoffentlich auch die sichere Altersrente
Wer kein Einkommen mehr hat, kann sich schwerlich um die Altersversorgung kümmern. Auch wenn eine Rente bei Berufsunfähigkeit versichert ist, reicht diese in vielen Fällen nicht aus, um auch noch die Alterversorgung weiter zu bedienen.

 

GKV=Krankengeld aus der Gesetzlichen Krankenversicherung
(oder alternativ aus der Privaten)


Diese fünf Risken haben gemeinsam, dass sie existenzbedrohend ausfallen. Ich spreche immer von einem negativen Lottogewinn:
Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens ist relativ gering. Wenn es jedoch passiert, verändern diese Risiken das Leben radikal – oder lassen unversorgte Familien zurück.

 

 

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Interessante und hilfreiche Links:
 

Financial Planners Standard Board

Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft

Finanztest

Verband der PKV

Versicherungsombudsmann

Deutsche Rentenversicherung

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